April 23, 2008

 

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Wir über uns

Westerwald und Teddybären -
eine bunte Mischung!


Vera Moeller Vera Möller

"Sie sind im falschen Neunkirchen, wir wohnen in der Nähe von Rennerod!" Nicht zum erstenmal gab man im Hause Christ diese telefonische Auskunft. "Mit über zwanzig größeren und kleineren Orten mit dem Namen `Neunkirchen´ konnte es schon einmal Verwechslungen geben, wenn Kunden nicht auf die Postleitzahl achteten," meint Verena Greene-Christ, "nur eine paar Kilometer entfernt befindet sich schon das nächste Neunkirchen." 
 

Verena Greene-Christ


 In idyllischer Westerwaldlandschaft, inmitten von Feldern, Wiesen und Wäldern wohnt Familie Christ in einem 500-Seelen Dorf. Als Verena Greene-Christ mit Mutter Vera Möller, die heute eine der wohl ältesten Bärenmacherinnen ist, vor zehn Jahren bei Ehemann Siegfried Christ einzog, war es mit dessen Ruhe vorbei. "Zwei Frauen, drei Katzen, ein Hund und Hunderte von Teddybären verwandelten den vorher makellosen Haushalt in ein heilloses Durcheinander," lacht Verena Greene-Christ, "heute nimmt mein Mann das mit Humor."

Seit 1986 stellte Vera Möller zuerst Puppen, dann Teddybären her und brachte dieses `Handwerk´ ihrer Tochter bei, die damals noch in den USA lebte. Ende 1987 kehrte die gelernte Floristin nach Deutschland zurück und das Mutter/Tochter Team startete ihre "Bärenkarriere". Zuerst auf kleinen Hobby- und Puppenmärkten, dann auf Bärenbörsen stellten sie ihre Teddys dem Publikum vor. Nach einem Auftritt im `ZDF-Fernsehgarten´ war es mit der idyllischen Ruhe vorbei. Es folgte ein Vertrag mit der Firma sigikid, für die Verena Greene-Christ jahrelang als freie Designerin Teddybären entwarf.

Siegfried Christ Siegfried Christ

Nach ihrer Heirat zog sie mit `Sack und Pack´ in den Westerwald. "Zuerst haben die Menschen hier mich wahrscheinlich belächelt. Teddybären sind nicht so ganz der tägliche Erwerbszweig in dieser gegend. Doch nacj einiger Zeit wurden Kunden oder Anlieferer, die nach den Teddybärenleuten fragten, zu uns verwiesen." Ehemann Siegfried Christ arbeitete sich in diese Branche hinein, die für ihn ungewöhnlich war. Zu dritt stellte man auf Ausstellungen in ganz Deutschland aus. 1994 entstand die Firma SINA-BEARS.

 "Im Anschluß an ein abendliches Gespräch unter Bärenmachern nach einer Börse entschieden wir uns spontan zu dem Besuch bei einer englischen Weberei, um Mohair für den Wiederverkauf zu bestellen," erzählt Siegfried Christ, "drei Tage später saßen wir im Flugzeug und kehrten mit einer Bestellung von sechs Ballen Mohair zurück. Wir waren unglaublich aufgeregt und stolz." Der erste Katalog war ein DIN A5 Blatt mit den sechs Mohairstoffen und einigem Zubehör. Später stellte das Team ihren Groß- und Einzelhandel mit einem umfangreichen Katalog vor. "Ich war sehr zufrieden, dass es Kunden gab, die uns von Anfang an bis zum Schluß treu geblieben sind," sagt Verena Greene-Christ. 

Das SINA-BEARS Team stand im täglichen Kontakt mit den Kunden und wußte, wie wichtig seine Beratung für die Käufer war. "Andere Anbieter hatten ein umfangreicheres Programm. Wir boten dafür kleine Leckerbissen neben dem normalen Zubehör. Musikspieluhren, Teddymechaniken und Westfalenstoffe waren ein grosser Faktor, der sich immer weiter entwickelt hatte." Mit dem breitgefächerten Zubehörangebot konnte fast jeder Wunsch erfüllt werden. Pappscheiben, Glasaugen, Nadeln, Garne, Stopfmaterialien, Schnittmuster - das Angebot ließ sich sehen. 

"Unser Bestreben war von Anfang an, dem Kunden etwas anzubieten, was er zur Zufriedenheit benutzen kann," sagt Verena Greene-Christ, "wir beobachteten den Markt seit Jahren, schauten uns nach Neuheiten um, kauften im In- und Ausland ein. Natürlich gab es mittlerweile andere, auch größere Anbieter. Was bei uns zählte, war die Beratung, die jeder Kunde bekam, wenn er diese benötigte. Ich scheute mich auch nicht, einen anderen Anbieter zu nennen, wenn ein Artikel nicht bei uns erhältlich war. Vor Jahren bin ich einmal gefragt worden, ob uns bei den vielen anderen Anbietern, also unserer Konkurrenz, nicht bange wird. Ich sah nie Konkurrenz, sondern die Möglichkeit des Kunden, sich frei zu entscheiden."

 

Auf Börsen konnten die Kunden immer etwas Neues am Stand von SINA-BEARS finden, denn gerade für Ausstellungen kaufte Siegfried Christ noch immer Restposten von ausgefallenen Mohairstoffen auf, um die Bärenmacher `auf den Geschmack zu bringen´. Verena Greene-Christ litt richtig, wenn nach einer Einkaufsfahrt das Auto geleert wurde. "Ich stellte nur noch sehr wenige Teddys her. Wenn mein Mann dann ausgefallene Restposten mitbrachte, wollte ich mich sofort an die Nähmaschine setzen." Aber die Zeit reichte oft nicht für die Herstellung von Bären. Der Versandhandel wurde von dem Ehepaar Christ mit ganzem Elan betrieben. Nur ab und zu gelang es der Bärenmacherin zusammen mit Mutter Vera Möller, ein paar Teddys herzustellen, die entweder auf einigen Ausstellungen zu sehen waren oder im Bärengeschäft Geßner in Berlin und im Shop von Maria Devlieghere in Brugge/Belgien angeboten wurden. Mit der neuen "Colourful Edition" brachte man eine ausgefallene Teddykollektion auf den Markt. Das neue Logo `Creative Dreams´ machte aufmerksam auf innovative neue Designs.

Mit ihrer zweijährigen Redaktionstätigkeit bei der Zeitschrift TEDDY & CO. lernte man Verena Greene-Christ als kritische und faire Beobachterin der Teddyszene, kennen. Sie stellte Bärenkünstler vor, brachte das Bärenmachen den Hobbykünstlern näher und berichtete über Neuheiten, Börsengeschehen und aktuelle Termine. Sie kennt die `Szene´ in- und auswendig, kennt viele der alten Hasen sowie Newcomer im In- und Ausland. Lange Zeit war sie als freie Mitarbeiterin für den `BärReport´ in Köln tätig.

"Durch die Arbeit mit den Teddybären sind wir in ganz Europa herumgekommen," erzählt die Wahl-Westerwälderin, "ich war ganz glücklich, dass mich die Reisen auch wieder in die USA führten, denn dort habe ich fast zehn Jahre gewohnt." Mit dem vor einigen Jahren gestarteten Versuch, deutsche und europäische Bärenkünstler in die Staaten auf Messen und Börsen mitzunehmen, fand sie hierzulande ein offenes Ohr. Die "GETA-Reisen" brauchten nicht mehr ausgeschrieben zu werden, sie waren oft bis zu einem Jahr im voraus ausgebucht. Das Ehepaar Christ nahm maximal sechzehn Bärenkünstler in die Staaten mit, aber auch bärenbegeisterte Mitreisende waren willkommen. "Wir hatten immer eine Menge Spaß. Die Reisen sollten für alle Beteiligten ein Erlebnis sein." Leider hat sich Verena Greene-Christ entschlossen, diese Reisen nicht mehr anzubieten.

"Unsere Arbeit machte uns immer wieder viel Freude, auch wenn der Aufwand durch die Ausstellungen groß war. SINA-BEARS ist geschlossen. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, ohne die Teddy-Welt und ohne unsere Freunde zu leben. Wir werden uns bestimmt nicht völlig zurückziehen."

Heute fertigt das Team keine Teddybären mehr - Verena Greene-Christ gibt Schnittdesign-Kurse online (siehe Workshops).

©2001 Creative Dreams

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